Erzählen und Zuhören

„Wovon sollen unsere Kinder und
Enkelkinder leben, wenn alle Geschichten
verloren sind? Erzieherin sein heißt,
weiterzuerzählen, was ich liebe und was
ich selber schön finde. Wir üben uns im
Glauben ein, indem wir weiter erzählen,
was wir glauben. Und wir geben Leben
weiter, indem wir die Geschichten des
Lebens weitergeben.“
(Fulbert Steffensky)

Erzählen und Zuhören gehören bei uns zum alltäglichen Geschehen in der Kindertagesstätte.
Erzählen weitet den Blick. Im Zuhören tauchen die Kinder ein in diese größere Welt, die weiter reicht
als ihre Wahrnehmungen.

Mit dem Zuhören entstehen innere Bilder. So ist Zuhören ein höchst aktives Geschehen, bei dem die
Zuhörenden die gewonnenen Bilder weiterentwickeln. Eine Erzählung setzt sich fest, schlägt Wurzeln,
lässt sich nicht vertreiben, verändert die Situation. Ob wir Märchen, Bilderbücher oder biblische
Geschichten erzählen oder vorlesen, eines ist uns wichtig: Dass die Erzählungen der Hoffnung Raum
geben, dass sie Botschaften vom Gelingen des Lebens enthalten. Und auch, dass Kinder zum
Wahrnehmen von Fähigkeiten angeregt werden, die auch in ihnen stecken. Kinder brauchen solche
Hoffnungsgeschichten im alltäglichen Umgang mit Menschen und Dingen.

Sowohl als Erzieherinnen als auch als Pfarrerin wollen wir uns gemeinsam mit den Kindern auf einen
Erzählweg machen und uns gegenseitig mit Geschichten beschenken. Dazu gehören für uns auch
Rituale, die das Erzählen begleiten: der Erzählkreis wird gebildet, die Erzählkerze angezündet oder es
findet ein Angebot in der Leseecke statt. Aktion und Austausch sollen sich abwechseln.